In der Schweiz · Mit dem 4×4 · August 2026
Die Urschweiz im Dachzelt
Ein Magic Pass, ein Dachzelt und die Freiheit, dem Wetter zu folgen. Vier Tage rund um den Vierwaldstättersee, von Schwyz bis zum Urnerboden, um zu entdecken, was wir so wenig kannten: unser eigenes Land.
- Dauer
- 4 Tage · August
- Wanderung
- Klewenalp · 15 km · 800 Hm
- Pässe
- Brünig · Klausen · Furka
- Fahrzeug
- Jeep Wrangler Rubicon · Dachzelt

Tag 1
Über den Brünig
Den Thuner- und den Brienzersee entlang, dann über den Brünigpass, und der Zauber beginnt. Der Lungerersee in Postkartengrün, blumengeschmückte Chalets, Wiesen wie Teppiche: drei Stunden von zu Hause, und alles ist anders.
Eine Pause am Wasser, ein Drink so blau wie der See und eine erste, fast verlegene Feststellung: Manchmal kennt man das eigene Land so wenig.
Tag 1 und 2
Eine Wiese über dem See
Die Campingplätze sind ausgebucht; wir haben zwei Nächte bei Bauern reserviert, die ihre Wiesen für Reisende öffnen. Der Jeep steht auf einer abgelegenen Kuppe, das Zelt klappt auf, und der Vierwaldstättersee liegt uns zu Füssen, mit seinen Armen, die sich in alle Täler schieben.
Die Sonne geht in einem orangen Feuer unter. Am Morgen öffnen wir die Zeltplane, und die Landschaft ist da, zum Greifen nah, noch vor dem Kaffee. Manches Fünfsternezimmer wird das nie bieten.
Tag 2
Zu Fuss auf die Klewenalp, der See tief unten
Das Ziel der Reise: wandern. Von unserer Wiese steigen wir zu Fuss auf die Klewenalp, die Seilbahn bringt uns nach Beckenried zu einem Aperol am Wasser, dann wieder hinauf. Weiter zur Stockhütte, noch einmal mit der Gondel nach Emmetten und zurück, ein paar Einkäufe für ein Abendessen mit Aussicht.
Fünfzehn Kilometer, achthundert Höhenmeter, Enziane an den Böschungen und tief unten immer der See, dessen Blau sich mit jeder Wolke ändert. Der Kanton Nidwalden, den wir nie wirklich beachtet hatten, hat uns an einem einzigen Tag erobert.
Zu Fuss · Die WanderungKlewenalp und Stockhütte, der See tief unten15,8 km · 890 m AufstiegKarte, Zahlen und Fotos →
Tag 3
Die Fähre, Schwyz und das Haus von 1287
Ans andere Ufer mit der Autofähre. Zwanzig Minuten Überfahrt, der Jeep an Deck, die Fahne knattert im Wind, und das klare Wasser eines Sees, der von der Zersiedelung noch weitgehend verschont ist.
Schwyz, winziger Hauptort eines Kantons, der dem Land seinen Namen gab. Das Rathaus zeigt prachtvoll bemalte Fassaden, und etwas weiter steht das Haus Bethlehem, 1287 aus einheimischem Holz gebaut, älter als der Rütlischwur. Siebeneinhalb Jahrhunderte aufrecht, ohne grössere Schäden. Holz hat ein Gedächtnis.
Tag 3
Sattel, dann Einsiedeln
In Sattel ist die Hitze des Mittellands drückend. Nur ein Gedanke: hinauf. Die Gondel dreht sich langsam um sich selbst, während sich die Landschaft zu den Seen hin öffnet. Oben der Skywalk, eine der längsten Hängebrücken Europas, ein wenig Adrenalin über dem Abgrund, dann eine Runde zu Fuss.
Wir sagen den Campingplatz ab, viel zu heiss, und fahren voraus. Einsiedeln und sein tausendjähriges Kloster: der Brunnen auf dem grossen Platz, dann drinnen ein Barock, der den Blick buchstäblich nach oben zieht. Die Deutschschweizer verstehen sich aufs Verzieren, und wir lieben es.
Tag 3, abends
Urnerboden, das Fünfsternebiwak
Glarus an einem Samstag um 18 Uhr: leere Gassen und ein Landsgemeindeplatz, der wie ein Parkplatz aussieht. Kein Campingplatz frei. Wir fahren Richtung Klausen hinauf, um etwas Kühle zu finden, und vor uns öffnet sich der Urnerboden: acht Kilometer Alp, eine der grössten der Schweiz, umrahmt von Kalkwänden.
Wir finden einen Platz, das Zelt klappt auf. Ein paar Reste aus dem Kofferraum werden zum Picknick, die Aussicht erledigt den Rest. Noch eine Kuriosität: Diese Alp gehört den Urnern, obwohl sie geografisch auf der Glarner Seite liegt. Eine Oase der Ruhe und ein tiefer Atemzug.
Tag 4
Altdorf, die Furka und die Rhone
Mit offenen Augen den Klausen hinunter, bis ans Ende des Sees und nach Altdorf, wo Wilhelm Tell noch immer über den Platz wacht. Dann Andermatt, ein Augenzwinkern zum Gotthardstau, der nicht uns gilt, und hinauf zur Furka, in Wolken gehüllt.
Das Hotel Belvédère, in seiner Kurve wie eine Filmkulisse, und darunter der Rhonegletscher, der langsam stirbt. Wir warten auf die Dampfbahn in ihrem Aufstieg, dann das lange Rhonetal bis nach Hause. Dusche, Bett, Paradies. Man muss wirklich nicht weit fahren, um weit weg zu sein.


























